VW Abgas-Skandal - Kunde zweiter Klasse

VW Vorstand: nix kapiert

Volkswagen hat auch mich beschissen – juristisch ausgedrückt „verarscht“… äh… betrogen. Wie 2,6 Millionen andere Autokäufer in Deutschland auch. Der VW Vorstand ist verantwortlich und entbehrt jeglichen gesunden Menschenverstandes. Ich habe eine Aufforderung zur Nachrüstung erhalten. Verkauft wird es mir wie ein Geschenk. Wenn es nicht rechtzeitig klappt, komme ich mit der VW-Diesel-Betrugs-Karre nicht durch den TÜV. Das Auto ist drei Jahre alt. Prüfhäuser hatten angekündigt betroffenen Autos keine Plakette mehr zu geben, wenn Fristen abgelaufen seien. Dann haben sie es widerrufen. Der VW-Halter freut sich, denn er kennt sich nicht mehr aus. Indes deckelt der VW-Konzern die Vorstandsgehälter auf 10 Millionen Euro pro Jahr. Diese Herren sind mitsamt dem VW Aufsichtsrat und den Patronatsfamilien in etwa das Unanständigste, was man derzeit jenseits von Kapitalverbrechen im Lande antreffen kann. Es reicht. Ich werde klagen. Und Sie bekommen unten Tipps dazu.

VW Vorstand in Sack und Asche?

Der gesamte VW Konzern erscheint einem zunehmend wie ein Selbstbedienungsladen, der komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Auch die Rolle des Betriebsräte und der Gewerkschaften sowie der Politik, vor allem der SPD, gilt es zu prüfen. Die sitzen ja mit im Aufsichtsrat. Das Pack betrügt die Welt, behandelt europäische und uns deutsche Kunden wie den letzten Dreck – die amerikanischen Kunden zählen mehr, weil man dort die Daumenschrauben anziehen kann. Und alles, was der VW Vorstand absondernd, macht mich wütender. Gesunder Menschenverstand fehlt da schon seit Jahren. Lernkurve null.

„Nichts, aber auch gar nichts hat man bei Volkswagen verstanden. Der Konzern will – das ist die gute Nachricht – die Gehälter der Vorstände drücken. Nach der Dieselaffäre, diesem großen Betrug, könnte man sagen: endlich! Der Konzern will allerdings die Bezüge im Vorstand bloß auf maximal zehn Millionen Euro im Jahr deckeln. Da stellt sich die Frage, wo, bitte schön, ist da der Deckel?“[1]

Volkswagen ein krankes Unternehmen? Die Manager-Pest

VW Vorstand - ManagergehälterGröße ist schon den Sauriern zum Verhängnis geworden. Wenn wie bei so manchem Top-Management und Chef Größenwahn dazu kommt, ist die Mischung perfekt. Die Autokonzerne scheinen psychopathische Manager-Chaoten zu fördern. Auch in Frankreich sollen schon Fälle der Autokonzern-Manager-Pest aufgetreten sein. Aktuell werden in Fällen der Vogel-Pest in Niederbayern ganze Geflügelfarmen gekeult. Nur mal so als metaphorischer Tipp. Manager-Pest äußert sich in überbordendem Narzissmus, Psychopathie, krimineller Energie, Realitätsverlust und umfassender Unanständigkeit. Sie betrifft übrigens nicht nur die Autobranche.

„In Wolfsburg ist in den vergangenen Jahren vieles durcheinander geraten, die Moral, das Gespür für Recht und Unrecht, aber auch der Blick auf die Wirklichkeit im Land. VW ist zu einem Unternehmen verkommen, in dem sich jene, die an den Futtertrögen stehen, nehmen, was sie nur können. An den Futtertrögen stehen die Eigentümer-Familien Porsche und Piëch, zwei milliardenschwere Clans; an den Futtertrögen steht das Land Niedersachsen, das von den hohen Dividenden profitiert, die das Unternehmen gezahlt hat; es stehen dort auch die Gewerkschaften, die in Wolfsburg sehr viel Macht haben; an den Futtertrögen stehen aber auch die Führungskräfte – sie erhalten Gehälter, die nun, da die Dieselaffäre die Zukunft von VW gefährdet, in keiner Weise gerechtfertigt sind. Zehn Millionen Euro – für was bitte?“ [1]

VW Vorstand, er reicht: klagen hilft

Ich verklage Volkswagen als Geschädigter, gefühlt von Arroganz und Unverschämtheit Gefolterter. Ob das etwas bringt, weiß ich nicht. Aber ich habe Rechtsschutz. Ich habe eine Kanzlei gegoogelt, die das spezialisiert macht. Nach wenigen Tagen bekam ich folgende Antwort:

„Wir gehen davon aus, dass Sie sich von VW betrogen fühlen und überlegen, wie Sie nunmehr mit dem erworbenen PKW umgehen sollen. Gerne überprüfen wir für Sie Ihre rechtlichen Möglichkeiten. Wir sind der Ansicht, dass Ihr PKW mangelhaft ist und Ihnen deswegen Rechte zustehen. Gerne werden wir für Sie diese Rechte durchsetzen. Zunächst prüfen wir jedoch im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung, ob es überhaupt Sinn macht, die Ansprüche geltend zu machen.

Bitte übersenden Sie uns dazu den beiliegenden Fragebogen ausgefüllt zurück. Bitte überlassen Sie uns auch in Kopie den Kaufvertrag/Leasingvertrag, die EG-Übereinstimmungsbescheinigung und den Fahrzeugschein. Sollten Sie rechtsschutzversichert sein, so werden wir kostenfrei eine Deckungsanfrage für Sie bei Ihrer Versicherung stellen. Wir werden Sie im Rahmen der Erstberatung informieren, welche rechtlichen Möglichkeiten Ihnen offenstehen.“ (angefragte Kanzlei)

Das ist einen Versuch wert, auch wenn mir ein befreundeter Anwalt zur Sachlage weniger Ermutigendes mitgeteilt hat. Aber gut zu wissen.

Wissenswertes zu VW Klagen

Leider gibt es in Deutschland keine Sammelklagen. Da könnten sich dann auch mal viele „kleine Leute“ wehren. Aber genau das ist nicht gewünscht. Daher müsse jeder selbst klagen, so der Anwalt. In der Regel durch drei Instanzen und das ginge kaum ohne Rechtsschutzversicherung, die das decke und die schon beim Kauf und der Produktion der manipulierten Autos, bestanden habe. Sonst zahle die Versicherung nicht. Die Kosten des Prozesses für Anwälte, Gerichte, Sachverständige und Reisen übersteige leicht den Wert des Autos. Daher sei das nicht auf eigene Kosten zu empfehlen.

Einfach ist es nicht: noch mehr Juristenkram

Der Anwalt schreibt weiter: „Viele Fristen dürften aufgrund des Alters eines Autos abgelaufen sein. Auch eine Anfechtung wegen Täuschung war in der Regel nur bis September 2016 möglich, also ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals. […] Zu ein paar Sachverhalten ist eine Entscheidung ergangen, aber nie beim Bundesgerichtshof (höchste Instanz in Zivilsachen), VW hat sich immer vorher verglichen. Es gibt nur einen Fall, bei dem VW direkt belangt wurde, weil eine Beteiligung des Mutterkonzerns an Vermittlungs- und Vertriebsgesellschaften nachgewiesen worden ist. Ansonsten klagt man gegen den Verkäufer und da ist ein Autohaus schnell pleite.“

Das blöde ist, mit meinem Autohaus in Cadolzburg bin ich mehr als zufrieden. Mein Autohaus möchte ich nicht schädigen. Die Marke VW ist mir mittlerweile ein Riesen-Dorn im Auge. Nie mehr VW. Das ist ein echtes Dilemma. Ich muss nochmals nachdenken, wie ich diesen gordischen Knoten gelöst bekomme.

Wer hat Ideen?

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[1] http://www.sueddeutsche.de/politik/vorstandsgehaelter-der-witz-von-wolfsburg-1.3367359

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