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Wahlen im Osten – immer wieder ein Genuss

Wähl mich!
Wähl mich! Bild: Fotolia

In unserer XING-Gruppe „Gesunder Menschenverstand“ hat eine Mitgliedin (politisch korrekt, oder) mit einem Beitrag mit dem Titel „Landtagswahlen irritieren GMV“ einen prima Anstoß gegeben. Anja H. schrieb (hier mit Klick zu XING):

„Ich weiß nicht, ob dieser Beitrag hier so gut passt, aber es beschäftigt mich. Bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg lag die Wahlbeteiligung unter 50 %. Ich frage mich, ob das wirklich, zumindest teilweise, die Menschen sind, die vor 25 Jahren so geil auf freie Wahlen waren, dass sie dafür sogar ihr Leben riskierten. Sind das die Menschen (und deren Nachfahren), die aggressiv und trotz gravierender negativer wirtschaftlicher Folgen die DM haben mussten, die jetzt die Euro-kritische AfD wählen und sind es die, die schrien wir sind ein Volk und ganz schnell die Wiedervereinigung haben wollten, die jetzt die ‚Linke‘ wählen? Mein GMV ist ein bisschen irritiert aber auch bestätigt, nämlich dass viele Leute alles nur so lange haben wollen, wie sie es nicht haben, danach wird es uninteressant, egal wie sehr man dafür kämpfen musste. Schon seltsam.“

Vorsicht Satire: Da habe ich mich hinreißen lassen…

Grundsätzlich ist ja Politik, wie sie bei uns betrieben wird, im Prinzip GMV-frei. Wenn es um Wahlen geht so und so. Was einem da an Mist zugemutet wird – ein Wunder, dass überhaupt noch jemand wählen geht – es stehen ja doch immer nur Vollpfosten zur Wahl (oder?). Und was diese Karikaturen von sich geben und vor allem wie sie es tun, kann man seinen Kindern nicht zumuten, wenn man einigermaßen gute Kinderstube weitergeben möchte. Wären meine noch klein, ich würde Ihnen Polit-Talkshows verbieten. Erschwerend kommt hinzu, dass ich zunehmend den Eindruck habe – die Politclowns jedweder Couleur haben absolut KEINE AHNUNG, KEINE LÖSUNGEN, KEINEN ARSCH IN DER HOSE. GMV!

Schöner Artíkel zu Nichtwählern:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article132218953/Ich-bin-Nichtwaehler-aber-kein-Idiot.html

Wahlbeteiligung als Gradmesser für Demokraten?

Nun sollte man bei der Bewertung eventuell nicht vergessen, dass in den alten Bundesländern die Wahlbeteiligung nicht wesentlich besser war bei den letzten Landtagswahlen (Bremen 55,5, Hamburg 57,3, Niedersachsen 59,4, Spitzenreiter Baden Württemberg 66,2 – Quelle: Statista). Gut, Brandenburg und Sachsen liegen unter 50%, dafür haben sie mehr Prozente bei den Arbeitslosen und den ausgefallenen Unterrichtsstunden (gleicht sich also wieder aus). Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die Politiker versagen: Bildung, Gesundheit, Rente, Arbeit. Kaum Perspektiven – vor allem im Osten Fehlanzeige. Die großkopferten Möchtegern-Politeliten scheren sich einen feuchten Kericht um die Wähler (ich sage jetzt nicht Wählerinnen und Wähler, grrrrrrrrrrrrr)… bis zur Wahl. Dann schleimen Sie uns voll, belügen uns von vorne bis hinten und führen sich auf wie Pupertierende im größten Hormonrausch – nimm mich – ich bin der, die Schönste, Beste (bei den Pupertierenden weiß man: das geht vorbei). Eben genau das merken immer mehr „Ich würde ja gerne wählen gehen, wenn es denn wählbare Angebote gäbe“-Menschen.

Nicht die Nichtwähler sind zu geiseln, so meine Ansicht, sondern diejenigen, die sie dazu machen… na… na… genau: willfährige Politikernasen, gierige Wirtschaftsgeier mitsamt den propagantistischen Medienmanipulateuren (wir werden von vorne bis hinten belogen und verarscht – ich empfehle das neue Programm von Volker Pispers, einem der letzten Politkabarettisten von Format – kürzlich auf 3 Sat: klicken Sie hier zur Sendung).

Wenn alle wählen gehen, gibt das noch keine Demokratie

Zudem sei angeführt, dass Nichtwählen ein Recht ist (keine Wahlpflicht – man wird sich dabei etwas gedacht haben). Wir können eben entscheiden. In der DDR ging das nicht. Alle gingen Wählen. Das Ergebnis ist bekannt. Auch Nichtwählen ist Demokratie, so wie wir sie bisher verstanden haben. Zumindest das sollte man uns lassen, wenn es schon keine Gerechtigkeit gibt in diesem Land (Reiche werden reicher, Arme ärmer, Altersarmut wird spätestens ab 2030 zum Massenphänomen und keine Politikernase tut irgendetwas dagegen – die Pfeifen in Berlin wissen das, das ist das Schlimme – siehe auch wieder Volker Pispers – schauen Sie sich das an, da werden Sie die Ohren anlegen). Ich muss doch nicht auch noch diejenigen Nasen mit einer fetten Politpension versehen, die mich sehenden Auges in die Altersarmut schicken (sie selbst tragen ja nicht zu den Sozialkassen bei).

A propos Wahlpflicht: Bevor Angie Gefahr läuft eine Wahl zu verlieren, könnte es sein, dass Sie die Wahlpflicht als alternativlos einführt (zwecks Wahrung der CDemokratieU). Dann gibt es 100% Wahlbeteiligung und 93% für CDU und CSU – ganz in der Tradition dessen, was Merkel, Gauck & Co. aus Kindheit und Jugend gewohnt sind. Auch ein Teil der Linken erinnert sich gerne.

Warum soll ein Hartz-Vier-Empfänger wählen gehen? Bitte nennen Sie einen Grund… EINEN

Außerdem haben sich viele Ostdeutsche die Wiedervereinigung wohl anders vorgestellt (Blühende Landschaften (Helmut Kohl) sind es nicht geworden – MeckPom, Sachsen-Anhalt 10,3% Arbeitslosigkeit, Bayern 3,7%). Ein dezentes Gefälle (Löhne Ost / West, etc.) ist wohl nicht zu leugnen. Man munkelt, das sei beabsichtigt, politisch gewollt. Am Geld kann es nicht liegen. Davon gibt es genug im Land. Es ist nur falsch verteilt. Ich habe nichts gegen Millionäre (wobei viele davon sind Kriminelle – vorbestraft, gerne wegen Steuerhinterziehung – immer mehr Kriminäre oder Millionelle in diesem Land).

Ich habe etwas dagegen, dass Menschen hier hungern, vor allem Kinder und Alte, dass Jugend ohne Perspektive abdriftet, dass 13 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze leben, dass knapp sechs Millionen keine Arbeit haben (da werden wir permanent belogen – siehe Volker Pispers) und dass immer mehr Menschen 2,5 Jobs haben müssen oder als Zeitarbeitssklaven (319.000 2002, 839.000 2013 – Quelle: Statista) verhökert werden (während die Betreiber sich die Taschen voll stopfen), und trotzdem kein würdiges Leben führen können.

Ach ja. Warum wir zu Wahl gehen sollten… äh, tja also, hm…

Vielleicht sollten sich mehr Menschen zur Wahl stellen, den eingerosteten Polit-Möchtergern-Managern (so viel Unfähigkeit und Ignoranz wie in deutschen Parlamenten finden Sie so geballt nirgends, manche gehen kaum hin und kassieren nur die Kohle – z.B. Gauweiler, CSU, Bayern: „Er lasse sich kaum im Parlament sehen, dafür verdiene er viel Geld in einer Kanzlei in München – so die Vorwürfe von abgeordnetenwatch.de.“ Quelle: br.radio.de) die Pöstchen streitig machen. Dann wird es wieder spannend. Man mag von der AFD mit ihrem heimatsschrullig hellbraunen Anstrich und dem Raritätenkabinett an Mitgliedern halten was man will. Sie mischen die verkrustete, unfähige (Milliardengräber in Berlin, Stuttgart, Hamburg) und von Korruptionsstreifen durchsetzte Parteienlandschaft auf. Und das ist gut so. Für so etwas bräuchten halt eben mal eine richtig gute Partei (das ist natürlich individuell verschieden. Sagen wir einmal, eine die für das Wohl aller Menschen in diesem Land Kompetenz besitzt).

Konsequenterweise sollten wir jetzt eine Partei gründen…

… und uns schnellsten irgendwo zur Wahl stellen und nicht nur herummaulen. Den Namen hätte ich schon: GMV-P. Der Name ist Programm. Volker Pispers lade ich als ersten Vorsitzenden oder mindestens programmatischen Berater ein.

Wer ist dabei?