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Ihre Werte – Ziele-Selbst-Coaching 10

Werte - Ziele - OrientierungKennen Sie Ihre Kernwerte? Die Werte, die Ihr Leben bestimmen, nach denen Sie sich quasi automatisch ausrichten, Ihr persönliches Navigationssystem für Ihre Lebensplanung, Ihren Umgang, Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungsstrategien?

Werte bekommen Sie mit auf den Weg. Als Kind lernen Sie von den Eltern, als Jugendlicher von Vorbildern und Antivorbildern. Werte werden manipuliert, durch Politik, Medien, Gesellschaft. Durch Sie selbst. Und sie sind wichtig.

„Klar, mein höchster Wert ist Integrität. Dazu gehört Ehrlichkeit …“ Stopp! Und Vorsicht. Der Mensch lügt durchschnittlich 200 x am Tag – erwiesen. Schon Dreijährige beherrschen das Lügen. Einfach abgeschaut. Lernen am Modell. So entsteht auch ein Großteil unserer Werte. Abgeschaut. Abgehört. Abgefühlt.

Werte und Ziele

Aus IHREN Werten und Motiven können Sie IHRE Ziele herleiten. An Ihren Werten sollten Sie Ihre Ziele messen. Denn nur Ziele, die zu Ihren echten Werten passen, haben eine Chance erreicht zu werden, tatsächlich erreicht zu werden. Das ist erwiesen und hat viel mit GMV – gesundem Menschenverstand – zu tun.

Wenn Sie Freiheit und Selbstbestimmung lieben, sollten Sie kein Soldat werden, kein Profifußballer, auch fünf Kinder wären da nicht wirklich passend. Vielleicht ist es für Sie auch besser, nicht in einem kleinen Dorf zu leben, wo jeder jeden kennt – nun, ich denke, Sie wissen, was ich meine.

Geschichten zum nachdenken

Zwei Mönche am Fluss

Zwei Mönche wuschen ihre Esschalen gerade im Fluss, da bemerkten sie einen ertrinkenden Skorpion. Einer der Mönche schöpfte ihn sofort aus dem Wasser und setzte ihn am Ufer ab. Dabei wurde er gestochen. Als er sich wieder seiner Schale zuwandte, fiel der Skorpion erneut ins Wasser. Der Mönch rettete ihn wieder und wurde noch einmal gestochen. Der andere Mönch fragte ihn: ,,Warum rettest du diesem Skorpion immer wieder, obwohl du doch weißt, dass es in seiner Natur liegt zu stechen?“ Da antwortete der Mönch lächelnd: ,,Weil es in meiner Natur liegt zu helfen.“[1]

 

Klicken Sie hier zu den Coaching-Blättern „Werte ermitteln“

Selbst-Coaching Werte 1 – Übung
Selbst-Coaching Werte 2 – Werte ermitteln

Zum neuen Ziele Workbook – alle Übungen kompakt

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[1] Quelle: http://www.eagle-vision-communication.de/Metaphern-Geschichten347_Zwei_Moenche_am_Fluss.htm
Bildnachweis: Fotolia 5124232

 

Unbewusste Motive – Ziele-Selbst-Coaching 9

Eisberg - 90 Prozent unter Wasser
Eisberg – 90 Prozent unter Wasser

Wir wissen ja meistens was uns wichtig ist – meinen wir. Unsere Werte sind letztlich auch die Motive, die unsere Entscheidungen und Ziele beeinflussen. Spannend wird es, wenn Sie herausfinden wollen, welche unbewussten Motive Sie antreiben und bestimmen. Das Unterbewusstsein ist laut Experten (und unseren Erfahrungen) wesentlich mächtiger als unser bisschen bewusstes Denken. Bis zu 90 Prozent spielen sich unter der Wasseroberfläche ab und wir bekommen nichts davon mit wie bei einem Eisberg.

Das Gleiche gilt für die Wahrnehmung: „Die Gesamtheit der aufgenommenen Signale ist immens groß und wirkt als großes Paket auf dem Grund des Sees (Unterbewusstsein), während die bewusst wahrgenommenen Signale die Schaumkronen auf den Wellen sind. In jeder Sekunde nehmen wir rund 10.000.000 Bits auf. 16 Bits nehmen wir bewusst wahr.[i] Erst wenn wir feststellen, dass wir Mist gebaut haben oder woanders angekommen sind als wir hin wollten, merken wir, dass es da eine Kraft gibt, die uns irgendwie steuert.

Unbewusste Motive erforschen

Der deutsche Psychologe Oliver Schultheiss, der an Universität Erlangen-Nürnberg und der University of Michigan, einem Mekka der Psychologie, arbeitet, hat das sogenannte Picture Story Exercise weiterentwickelt. Damit ist es möglich die meist verborgenen Bedürfnisse unseres Unbewussten aufzustöbern und kennenzulernen. Es basiert auf einem Verfahren, das man den Thematischen Apperzeptionstest (Auffassungstest, TAT) nennt. Dabei erzählen Probanden Geschichten zu einer Reihe von Standardbildern. Diese erzählten und aufgezeichneten Geschichten werden dann nach der Stärke des Gesellungs-, Leistungs- und Machtbedürfnis überprüft und so die unbewussten Motive und Werte ermittelt. Sie werden bereits ab einem Alter von sechs Wochen angelegt.

Sie (die unbewussten Motive, der Autor) beeinflussen unser Handeln und die Zielsetzung ein Leben lang. Im frühkindlichen Alter werden die impliziten (unbewussten, der Autor) Motive gebildet, die sich aus Reaktionen und Verhaltensweisen des Babies heraus ableiten, welche bereits in diesem Alter mitbekommen, welche Reaktionen der Umwelt auf welche Aktion folgt und wohin diese führt. Damit positive Reaktionen weiterhin bestehen bleiben, wendet das Baby die entsprechenden Handlungen an.“[ii]

Der Picture Story Exercise […] ist eines der derzeit besten psychologischen Instrumente, um die Bedürfnisse, die wir unbewusst haben, an die Oberfläche des Bewussten zu bringen.“[i]

Unser Unbewusstes zeigt sich in Vorlieben, Bedürfnissen und Wünschen. Vor allem jene, die uns nicht wirklich bewusst sind, uns aber auch zu dem machen, der wir sind. Diese Bedürfnisse lassen sich auf drei Grundbedürfnisse reduzieren:

Bindung, Leistung, Macht.

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[i] Bas Kast: Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft, S.98
[ii] http://www.portal-der-psyche.de/gesunde-psyche/reiss-profile/motive-ursprung-motivation/motive-ursprung-motivation-implizit.html
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Ziele erreichen – Persönlichkeit – Selbst-Coaching 3

Persönlichkeit - Psychologische Ebenen
Persönlichkeit – Psychologische Ebenen

Eine Voraussetzung authentische Ziele zu finden, ist, dass Sie sich selbst gut kennen. Ihre Persönlichkeit spielt eine große Rolle. Ich persönlich war mir nicht immer 100%ig klar, wer ich im Innersten bin, wie ich ticke, was mir wirklich wichtig ist, was daran liegen kann, dass wir hin und wieder fremdgesteuert sind. Kennen Sie das? Sie tun Dinge, die Ihnen nicht gefallen, bei denen Sie sich nicht wohl fühlen, die nicht zu Ihnen passen – Sie tun sie trotzdem. Mancher hört schon zum 300ten-mal auf zu rauchen. Dabei ist das wirklich richtig dumm. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Ihre Lungen dafür gemacht sind, oder?

Persönlichkeit besteht aus dem Zusammenspiel von Erbgut und Umwelt. Beides beeinflusst sich beim Bilden und dauerhaften Entwickeln der Persönlichkeit gegenseitig, und zwar ständig. Heute sprechen Wissenschaftler von den „Big Five“, den fünf Faktoren, mit denen sich die Persönlichkeit eines Menschen erfassen lässt:

  • Offenheit
  • Verträglichkeit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Extraversion – z.B. Herzlichkeit, Geselligkeit, Aktivität, Frohsinn
  • Neurotizismus z.B. Ängstlichkeit, Reizbarkeit,  Verletzlichkeit

Jens Asendorpf ist der deutsche Experte, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht. Er meint, das ICH sei bis ins hohe Alter veränderbar. Die lange geltende Theorie, dass der Kern der Persönlichkeit angeboren ist und dann stabil bleibt, gilt als überholt. Dass mit rund 30 Schluss sein soll, die Persönlichkeit dann ausgebildet und festgelegt ist, weil sich Gehirnzellen kaum noch nach- und ausbilden würden, ist heute widerlegt.

Diese Entschuldigung haben Sie also nicht mehr, wenn Sie über 30 sind. Dafür haben Sie Chancen. Beispielsweise die Chance an Ihrer Persönlichkeit zu feilen, sich zu ändern, Ihrer Wunsch-Persönlichkeit näher zu kommen. Was Ihnen heute an sich nicht gefällt, können Sie weiter beeinflussen, denn die Nervenzellen des Hirns, Sitz Ihrer Persönlichkeit, können sich fast ein Leben lang neu organisieren. Asendorpf legt sich da fest. Er sagt, der Durchschnitt der Persönlichkeit stabilisiere sich erst mit 50 Jahren.

„Die Frage lautet nicht mehr: „Wer bin ich?“, sondern: „Wer könnte ich werden?“. Das Leben ist also eine Baustelle, und jeder kann selbst bestimmen, ob er an seinem Ich beständig weiterarbeitet, gar einen radikalen Umbau wagt, oder es mit den Jahren ein bisschen verkommen lässt.“ (Siefert/Weber, S.80)[1]

Kommen Sie sich auf die Schliche!

Ein Werkzeug, um sich besser auf die Schliche zu kommen ist die Betrachtung der eigenen Person anhand der „Psychologischen Ebenen“. Robert Dilts, amerikanischer Psychologe hat die psychologischen Ebenen für die psychologische Arbeit optimiert.

Gehen Sie die psychologischen Ebenen von unten nach oben durch und beantworten Sie die dazugehörigen Fragen. Das ist die erste Stufe der wirksamen Arbeit an und mit sich selbst. Hier arbeiten Sie bewusst. Achten Sie dabei auf die Wahl Ihrer Worte. Identifizieren Sie sogenannte Schlüsselwörter (entscheiden Sie spontan).

  • Ebene Umwelt
    Wo befinden Sie sich – Zuhause, Arbeit, Freizeit
  • Ebene Handlung
    Was tun Sie? – Zuhause, Arbeit, Freizeit
  • Ebene Fähigkeiten
    Was können Sie besonders gut?
  • Ebene Werte
    Was ist Ihnen wichtig?
  • Ebene Identität
    Wer sind Sie? Wie beschreiben Sie Ihre Persönlichkeit?
  • Ebene Zugehörigkeit
    Wem oder was fühlen Sie sich zugehörig? – Berufsgruppe? Religion? Saat?…

Zu dem, was Ihr Unterbewusstsein will, kommen wir später. Und das wird dann richtig spannend. Die dazugehörige Methode ist es ebenfalls: Picture Story Exercise. Jetzt erst mal die Psychologischen Ebenen.

Hier klicken zum Arbeitsblatt „Psychologische Ebenen – sich selbst besser kennen lernen“
Hier klicken zu weiteren InformationenPersönlichkeit

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[1] Werner Siefert, Christian Weber: Ich – wie wir uns selbst erfinden, Piper, 2008

Ziele erreichen mit GMV – Selbst-Coaching 1

Teil 1 aus dem Ziele-Coaching. Gratis – mit Selbst-Coaching-Papier zum Download (siehe unten). Die weiteren 26 Teile zum Selbst-Coaching kommen in loser Folge. Sie sind auch komplett als Workbook günstig zu haben – Link dazu in Kürze.

Thema 1: Balsam auf die Seele

Ziele finden und erreichen
Ziele finden und erreichen – Ihr Navigator

Wir neigen dazu, herum zu jammern. Bei mir war das auch so. Früher. Kommt manchmal noch vor (das Leben ist kein Ponyhof). Selten, aber doch. Manchmal ist das berechtigt, meistens nicht. Manchmal ist das gut und wichtig (man muss auch mal jammern dürfen sagen Psychologen), meistens nicht. Das hilft sogar beim Ziele-Erreichen. Dort heißt es dann Kontrastieren. Es ist dann nicht gut, wenn es in Dauer-Selbstmitleid ausufert. Das ist wirklich ungesund, denn Dauer-Jammerer denken negativ. Und sie werden was sie denken, sagt schon Luther (der theologische Revoluzzer aus dem 16. Jahrhundert – eine schlimme Zeit). Es ist auch ein Mentalitätsthema – wir Deutschen … Sie wissen schon. Gut, verstanden. Schluss damit! Sie haben es in der Hand, Ihre passenden Ziele zu finden und zu erreichen.

Ziel verfehlt?

Noch nie ging es uns in Westeuropa so gut und noch nie haben die Menschen, insbesondere in Deutschland so viel „herumgenölt“ und gejammert (behaupte ich jetzt mal). Die Burn-Out-Raten steigen, ADHS bei Kindern nimmt zu (ich sage Ihnen, das liegt am Fernsehen, am Internet, am Computer, an dummen Eltern, an unfähigen Lehrern, an debilen Vorbildern – Stefan Raab, Oliver Pocher & Co., … und der Pharmaindustrie). Wir können hier gerne weiter jammern, Schuld zuweisen oder sonstigen Unsinn treiben. Bringt aber nix. Da zitiere ich gerne den amerikanischen Provokationscoach Larry Winget:

„Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich.“

Nun ist das bei den meisten Menschen ja nicht so, dass sie in ihrem Leben ausschließlich Mist gebaut haben. Und wie gesagt – noch nie ging es Menschen im Schnitt so gut hier und heute (allerdings wachsen Armut, Chancenlosigkeit und Dummheit). Genau genommen hat niemand nur Fehler gemacht. Das sollten Sie sich einfach bewusst machen. Sie haben einiges super, vieles bestens und eine Menge prima gemacht, tolle Erlebnisse gehabt, einiges auf die Beine gestellt, Glücksmomente erlebt und einige Menschen schon mal glücklich gemacht. Ja, so ist es – und jetzt reden Sie das nicht klein!

„Alles, was ich NICHT erreicht habe im Leben, habe ich ausschließlich mir selbst zu verdanken.“ Abraham Lincoln

Falls Sie das gerade nicht so sehen, aussprechen oder empfinden, liegt das an Ihrer aktuellen Interpretation und Sichtweise. Lassen Sie sich helfen. Jeder hat schon etwas geleistet, etwas erreicht und Positives erlebt.

Ziele-Werkzeug: das Ankern

Stellen Sie sich kurz ein schönes Erlebnis vor … na kommen Sie schon. Irgendetwas: im Job, mit dem Partner, der Partnerin, Hobby, Freunde …
Stellen Sie sich die Situation vor: Was sehen Sie? Was hören Sie? Wie fühlt sich das an? Genau in dieser Reihenfolge. Bleiben Sie eine Weile dort.
Und … wie ist das?

Metapher

Warum der Hund nicht trinken konnte

Es war einmal ein Hund.
Er hatte großen Durst. Doch jedes Mal wenn er trinken wollte und dabei sein Spiegelbild im Wasser erblickte, erschrak er vor dem fremden großen Hund, den er sah und wich voller Angst zurück.
Irgendwann aber war sein Durst so groß und unerträglich, dass er seine Furcht überwand und mit einem großen Satz ins Wasser sprang.
Und tatsächlich verschwand da auch der „andere“ Hund.
Quelle: Shah, Idries: „Lebe das wirkliche Glück“, Herder, 1996

Ziele finden und erreichen: Selbst-Coaching 1

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Kommunikation und Persönlichkeit

Auszug aus Jürgen Zirbik: Sie können das – Kommunikation mit gesundem Menschenverstand – wie Sie mit GMV überzeugen, Friendship Verlag, Nürnberg 2014

Kommunikation und PersönlichkeitMit dem Thema „Wahrheit und Lüge“  kommen wir in eine höhere Region, nämlich die Region der Werte. Werte sind wichtig für Kommunikation – sowohl für gute als auch für schlechte. Werte bestimmen Ihre grundsätzliche Haltung in der Kommunikation und diese Haltung wiederum ist Ihnen anzusehen, die hört man an der Stimmlage und man spürt sie durch viele weitere Faktoren wie Körpersprache oder Mimik. Haltung und Persönlichkeit entspringen dem Denken, ebenso wie Handeln. Und wenn Sie da nicht aufpassen, geraten Sie schnell und nahezu unmerklich in unruhiges Fahrwasser. Wir alle haben das eine oder andere Vorurteil. Ein Vorurteil ist eine Grundhaltung gegenüber einer Kategorie. Sehr abstrakt. Ich weiß. Jetzt die Geschichte, das Bild dazu.

Vorurteil: farbige Afrikaner sind…

Straßburg. Urlaub. Etwa 1990. Vor dem Straßburger Dom kam eines schönen Sommertags ein Farbiger auf mich zu. Auffällig gekleidet in bunte afrikanische Gewänder. Kategorie: farbiger Afrikaner. Ja, da steckten eine Reihe Vorurteile drin. Farbiger bedeutete für mich verallgemeinert und grob dargestellt soziale Unterschicht. Schlussfolgerung: Der Mann kommt betteln. Auf die Idee, dass er mich nach dem Baujahr des Doms hätte fragen können, wäre ich sicher nicht gekommen. Zudem sein Aufzug, also sein Erscheinungsbild (bunte zentral-afrikanische Kleidung – Afrika ist groß, ich weiß –, also Faselindikator: Verallgemeinerung), auch nicht den Schluss nahelegte, dass es sich um einen afroamerikanischen Zeitgenossen handelt, der geschäftlich in Straßburg weilt. Also ein Afrikaner in einem Aufzug, den Sie vielleicht vom Strand in Italien oder Spanien her kennen. Deshalb auch die Überraschung. Der Mann gab vor, studiert zu haben (sie merken schon, ich glaube das ja heute noch nicht so recht).

Wäre ein fein gekleideter älterer Europäer auf mich zugekommen, hätte ich eine andere Erwartungshaltung gehabt. So und so ähnlich funktionieren Vorurteile. Wenn Sie sich davon nicht befreien können, begrenzen Sie automatisch Ihre kommunikativen Fähigkeiten. Die schlechte Nachricht: Sie können sich nicht befreien, wenn Sie nicht auf der unbewussten Ebene arbeiten. Da wir jedoch meistens versuchen durch Techniken und rationales Lernen weiterzukommen, stecken wir voller Glaubenssätze und Vorurteile. Können Sie sich vorstellen, dass Sie einem Kriminellen gegenüber positiv eingestellt sein können, nur weil Sie ihn von etwas überzeugen möchten?

Kommunikation und Wertschätzung

Alles eine Frage von Haltung und Charakter. Agenten und Polizisten, die schwere Jungs und Mädels als Informanten gewinnen wollen, beispielsweise, um die großen Fische dingfest machen zu können, gewinnen sie besonders erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, auch diesen Menschen irgendwie Wertschätzung gegenüber zu empfinden und zu signalisieren. Nicht nur zu spielen, zu zeigen – nein, zu empfinden. Einer der erfolgreichsten Spitzel-Anwerber beherrscht das perfekt. Es ist Teil seiner Haltung, seines Charakters und seiner Persönlichkeit. Und es ist hilfreich, wenn man sich mit dem einen oder anderen Hilfsmittel unterstützen kann – GMV. Denn ganz so einfach ist es nicht, quasi jedem und erst recht Kriminellen wertschätzend gegenüber zu treten.

„Fragen Sie sich, wie es im Extremfall gelingt, einem Kriminellen wertschätzend zu begegnen? Es ist einfacher, als Sie vielleicht glauben. Sie müssen an einem Menschen, der es Ihnen womöglich nicht leicht macht, ihn zu mögen, zunächst etwas finden, das Sie wertschätzen können. (…) Mit diesem kleinen Trick der Wahrnehmungsveränderung schaffen wir es, auch nervende Zeitgenossen wertzuschätzen, und sorgen dafür, dass sie uns ebenfalls offener begegnen. Wann immer zwei Menschen aufeinander treffen, checken sie sich gegenseitig – häufig unbewusst – ab. (…) Sind wir selbst inkongruent, wirken wir ganz bestimmt nicht sympathisch. Genau das möchten wir aber – bei der Anwerbung eines V-Mannes, in der Gehaltsverhandlung mit dem Chef oder beim Flirt mit dem oder der Blonden an der Bar.“[1]

Wenn man sich Untersuchungen anschaut, welche Charakter- und Persönlichkeitseigenschaften Menschen besonders schätzen, tauchen vor allem diejenigen auf, die uns auch der gesunde Menschenverstand ohne Untersuchungen oder Studien einflüstert. Alles ganz natürlich und nichts Besonderes. Schauen Sie sich Personalanzeigen an. Da stehen all die Eigenschaften drin, die im Berufsumfeld besonders geschätzt werden. Und diese Eigenschaften sind auch gerne in allen anderen Lebensbereichen gesehen. Ein Auszug oft genannter Eigenschaften:

  • Zuverlässigkeit
  • Sorgfalt
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Belastbarkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Kreativität
  • Selbstständigkeit
  • Loyalität
  • Integrität
  • Integrationsfähigkeit

Wenn es um Charakter und Persönlichkeit geht, spielen in der Forschung und nach den forschenden Wissenschaftlern die sogenannten „Big Five“ eine große Rolle.
„Bei den Big Five (…) handelt es sich um ein Modell der Persönlichkeitspsychologie, das fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit postuliert. Die Entwicklung der Big Five begann bereits in den 1930er Jahren (…) mit dem lexikalischen Ansatz. Diesem lag die Auffassung zugrunde, dass sich Per-sönlichkeitsmerkmale in der Sprache niederschlagen. Auf der Basis von Listen mit über 18.000 Begriffen wurden durch Faktorenanalyse fünf sehr stabile, unabhängige und weitgehend kulturstabile Faktoren, die Big Five, gefunden.“[2]
Die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit sollen also weitgehend auf der ganzen Welt gültig sein. Das bestätigen viele Untersuchungen.

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[1] Leo Martin: Ich krieg dich, Ariston, 2011, Kindle-Version
[2] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Five, 10.02.212