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So ticken wir: Es reicht

Ich habe meinen gesunden Menschenverstand sprechen lassen und zugehört. Wirklich! Dabei habe ich mir angeschaut, was wir den lieben langen Tag so treiben, also was wir tun – Verhalten,  Sie wissen schon. Einfache, klare Tatsachen, Ereignisse und Fakten auf der Basis dessen, was ich täglich sehe, höre, fühle und erlebe. Je genauer ich mich damit beschäftige, desto klarer ist: Mir reicht es einfach! Hier folgt ein Potpourri der Grausamkeiten des Alltags – hinter allem stecken die Gesetze des Verhaltens und die psychologischen Phänomene. Sie schlagen gerne zu, wenn wir Mist bauen, komisches Zeug machen, unseren Hintern nicht hoch bekommen oder übers Ohr gehauen werden. Also, was ist da draußen so los?

Eines steht schon einmal fest. Ich habe die Schnauze voll. Das geht Millionen so (das Gesetz der Masse). Ich mag das Gejammer von Freunden, Kollegen und Kunden nicht mehr ertragen. Schuld sind natürlich immer die anderen, an was auch immer. Das Motto dazu: „Nur Idioten auf der Autobahn unterwegs und ich mache alles richtig!“. Das psychologische Phänomen dazu ist die „Überlegenheitsillusion“. Ich kann das „Geblubber“ der Werbung, der Medien, in Meetings und auf Kongressen nicht mehr hören. Die Lügen von Wirtschaftsvertretern, Politikern und anderen Menschen gehen mir auf den Kecks. Übrigens: Zum Phänomen der Lüge kommen wir noch.

Die Unverschämtheiten von gierigen und teilweise kriminellen Managern bringen mich zur Weißglut. Immer mehr Menschen kämpfen um ihre Existenz, und diese Gier-Gauner kassieren ab. Dazu gehören Banker, die nach Fast-Pleiten noch Boni kassieren oder kassieren wollen, der vorbestrafte Ex-Postchef Zumwinkel, der noch 20 Millionen Pension einsteckt oder Ex-Real-Hypo-Estate-Oberpappnase Funke, der nach dem „Untergang der Titanic“ als Kapitän noch Millionen einklagen will. Sie und ich gehören (leider?) zu den „Guten“, die in die Röhre schauen – Gesetz der Sympathie, denn Ähnlichkeit macht sympathisch.

Und es geht noch weiter: Den Schwachsinn im Fernsehen will ich nicht mehr sehen und ich will auch nicht dafür bezahlen. Die offensichtlich täglich nicht mehr als zehn Nachrichtenmeldungen aus aller Welt – wobei der Bericht über irgendein, zugegebenermaßen süßes „Viech“ aus irgendeinem Zoo auch noch dominiert, wenn es ganz dumm kommt – möchte ich nicht 50 mal am Tag vorgekaut bekommen und am nächsten Tag noch in der Zeitung lesen. Halllllooooo! Wie blöde ist das denn alles? Passiert nichts mehr auf der Welt? Gibt es nichts Wichtigeres, Relevanteres? Relevanz[i] ist schließlich eines der Hauptkriterien für die Auswahl von Nachrichten. Ich bin unter anderem Journalist, ich weiß, wovon ich spreche, weil ich dabei war (Phänomen Expertentum, später mehr unter dem Gesetz der Macht, und das mächtige Wörtchen „weil“ – das ist der „Hammer“).

Sie haben die Wahl. Täglich. Wählen Sie Top-Zeitungen wie „Bild“ (ich kann das nicht lesen, ich versuche es – wirklich. Aber ich schaffe diesen Blödsinn nicht mehr – ich bin hoffentlich nicht so blöde, wie die mich gerne hätten), „Frau im Spiegel“ (usw., die schreiben fast nur aus anderen Zeitungen ab), diverse Abendzeitungen (würg). Dazu die TV-Highlights, wie Dschungel-Camp, Trash-Talkshows mit unglaublichen Dumpfbacken, die ihre (ich lasse das Adjektiv jetzt weg!) Gesichter in die Kamera halten dürfen. Dazu die 700ste Wiederholung von Filmen, Daily-Soaps (also Tages-Seifen) als Stillhalte-ich-brauche-das-echte-Leben-nicht-Glotz-Gehirn-Pillen usw. – darin diese schwachsinnigen Lachkonserven (das Gesetz der Masse), als müssten wir jetzt schon vermittelt bekommen, wann etwas für uns lustig ist. Millionen schauen sich das an. Ich verstehe es nicht, das muss Manipulation sein.

Wenn Sie Soaps mögen, Dschungelcamp entgegenfiebern, Big Brother-Fan sind, die Bild oder Abendzeitung lesen und in irgendwelchen Dumm-Foren, -chats, -blogs, -twitter unterwegs sind … ja dann … äh, hm … sind Sie jedenfalls leicht anders gestrickt als ich. Für den einen oder anderen von Ihnen lohnt sich das Weiterlesen (dranbleiben, ist hart aber vielleicht bringt es etwas), für die meisten von Ihnen wahrscheinlich nicht. Für Sie (letztere) noch ein abschließender Verhaltens-Tipp, bevor Sie das Buch in die Tonne hauen:

GMV sagt: TV öfter abschalten, besser abschaffen, mehr selbst erleben, Zeit und Leben gewinnen.

O.K., es gibt auch ein paar gute Sendungen, einige gute Zeitungen und Magazine und eine Menge guter Bücher. Es gibt tolle Meetings und Kongresse mit kompetenten und spannenden Leuten, die Verantwortung für das übernehmen, was sie sagen und tun. Aber es gibt auch viel Schrott und eine Menge Wichtigtuer, Blubberer und Dummköpfe. Und genau deshalb brauchen wir mehr GMV und mehr Wissen darüber, wie wir ticken. Dann können Sie noch besser „Guten“ von den „Schlechten“ trennen.

Sie können damit besser erkennen, was Sie wirklich brauchen, und zwar für sich ganz persönlich. Es geht um Ihr Leben. Was bringt Sie weiter – im Job, im Privaten, im Leben?

  • Was entspannt Sie?
  • Was hilft Ihnen gesund zu sein und sich wohl zu fühlen?
  • Was macht Sie glücklich und zufrieden?
  • Was ist Ihre Aufgabe?
  • Welchen Beitrag leisten Sie (für mehr GMV in der Welt)?

Das GMV-Prinzip® möchte Ihnen eine Idee davon geben, was GMV sein kann und wie es Ihnen hilft, schlichtweg besser klarzukommen. Hier schon einmal einfache Ideen, wie das sein kann und wie das funktioniert. „Unterscheiden zwischen Gut und Böse. (…) Abwägen zwischen zwei Übeln“, wie Edgar Gärtner, Leiter des Umweltforums des Think Tanks Centre for the New Europe (CNE) in Brüssel, das nennt. Ich will das ergänzen: Entscheiden zwischen dumm und clever, krank und gesund, langweilig und lebenswert. Dazu hilft das Wissen über die Gesetze des Handelns und über psychologische Phänomene weiter. Von den vielen, die es gibt, finden Sie hier einen Auszug derer, die mir am interessantesten für bessere Kommunikation und cleveres Verhalten erscheinen. Immer wenn mir ein neues Phänomen unterkommt, das ich besonders interessant für Kommunikation und Verhalten finde, werde ich das Buch ergänzen – man lernt ja nie aus. Freuen Sie sich also auf regelmäßige Überarbeitungen. Es gibt einige Gesetze und Phänomene mehr, als auf den folgenden Seiten zu finden ist Unter Anmerkungen und Quellen am Ende des Buches finden Sie weiterführende Literatur.



[i] Relevanz: Bedeutsamkeit (für den Hörer, Zuschauer, Leser), im Sinne von „betrifft eine Nachricht, eine Entscheidung, ein Ereignis mein Leben“. Steuererhöhungen sind relevant/bedeutsam – Geld weg! Waldbrände in Kalifornien nicht – nicht für Sie in Deutschland, außer Sie wollen dahin fahren, haben ein Haus, Verwandte oder Freunde dort. Aber Waldbrände in Kalifornien geben „starke Bilder“ und befriedigen Ihren Voyeurismus. Sie „glotzen“, also wird es gesendet – ähnliches Phänomen: Gaffer auf der Autobahn bei Unfällen – haben Sie schon mal? Sehen Sie. Ich auch. Aber schon lange nicht mehr. (jetzt höre ich auf, sonst schreibe ich mich in Rage)