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Gesunder Menschenverstand: Rauchen ist dumm

Smoking BusinessmannDie Zigarettenindustrie macht uns ja weis, dass Raucher cool, männlich, frei, sexy oder einfach nur angesagt sind. Sie lügen also, was das Zeug hält. Denn in Wahrheit und mit gesundem Menschenverstand betrachtet sind Raucher arme Süchtlinge, die auch noch so dumm sind, sich von der Werbung verarschen zu lassen und ihre Gesundheit zerstören. R1 wirbt mit „Ich rauche gern“ (aha, wie doof ist das denn?), Marlboro mit „Freedom does not start with a maybe“ (das verstehen in Deutschland maximal 10 Prozent. Rauchen hat übrigens nichts mit Freiheit zu tun, sondern mit Anhängigkeit), West „The Power of Now“ (hääää?? Ach so. Wenn man genug geraucht hat, hat man später keiner Power mehr).

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Satire: Rechts-Staat

Recht bekommst nur in Bayern
Recht bekommst nur in Bayern

Nicht dass das schöne Wort Rechtsstaat irgendeine politische Richtung, Haltung oder Tendenz implizieren würde. Nein. Niemals. GMV. Wir sind alle froh, dass wir ihn haben. ALLE? Nein. Ein kleines fränkisches Dorf… hupps, das ist eine andere Geschichte. Und doch kenne ich zwei Franken, die jetzt nicht ganz so froh sind. Der eine, Gustl Mollath, war lange zu Unrecht in der Geschlossenen. Der andere, Ulvi K., soll gar zu Unrecht wegen Mordes verräumt worden sein. Geschichten aus Bayern ohne jeden gesunden Menschenverstand.

Machen Sie einen Bogen um Bayern

Vorsicht! Achten Sie beim Planen und Durchführen dezenter krimineller Handlungen darauf, nicht in den Herrschaftsbereich bayerischer Staatsdiener zu kommen-  außer Sie sind führendes Mitglied des FC Bayern (dann ist´s wurscht). Auch dann, wenn Sie gar nichts Verwerfliches getan haben, wie Mollath und Ulvi K., bleiben Sie Bayern unbedingt fern. Im Freistaat (ein guter Witz) scheint es Strukturen zu geben, die an andere, ebenfalls südlich gelegene Länder erinnern. Ein Quadrophonie aus Politik, Staatsanwaltschaft, Polizei und Gutachtern (gerne genommen der Schlechtachter Prof. Kroeber), die, wenn es dem Image, der Karriere und dem nächsten Wahlergebnis nützt, einfach unschuldige Leute wegsperrt.

Pappnasen: fränkische Ermittler und Staatsanwälte

Das bayerische Abitur soll immer noch das schwerste sein. Die Elite Deutschlands kommt aus dem Süden. Ich verstehe dann allerdings nicht, wieso offensichtlich unfähige Staatsanwälte und Ermittler im bayerischen Norden (Franken, Oberpfalz) landen (haben die ihr Abi in Bremen oder Berlin gemacht? Ist das Einstellungsvoraussetzung?). Ahhh! Es liegt am Nord-Süd-Gefälle in Bayern. So habe ich dieses Gefälle Bayerns noch nicht betrachtet. Jetzt kann ich es nachvollziehen. Der Norden bekommt nicht nur weniger Geld, schlechteres Wetter und die schwachen Bundesliga-Clubs, sondern auch… (hoffentlich ist das bei Lehrern nicht so, da geht es schließlich um unsere Kinder – ich werde recherchieren).

In den Fällen Mollath und Ukvi K.  spielen die fränkischen Superspürnasen und Chefankläger im Namen des Staates die Rolle des eilfertigen Staatsdieners – Rechts-Staat eben. Damit darf man jetzt aber auch nicht zu kritisch umgehen. Schließlich haben wir Deutsche an dieser Stelle eine nachgewiesen genetische Disposition. Die aktuellen Staats-Protagonisten sind hier nur teilweise schuldfähig.

Jawohllllll!!

Ermittler und Staatsanwälte wollten gut dastehen und dem damaligen Innenminister Bayerns, dem charismatischen Ex-Doppelspitzen-Looser-Ministerpräsidenten Beckstein, hörig und gehorsam schnelle Resultate liefern. In solchen Fällen spielen in Bayern die rechtsstaatlichen Mittel und die Rechte des Angeklagten keine so große Rolle. Also schon noch – aber nicht mehr ganz sooo wichtig. Wir brauchen flott einen Schuldigen, wir müssen jemand Unbequemes ruhig stellen – das bekommen wir hin, jaaawohl! Da werden schon mal Drehbücher für Geständnisse geschrieben wie im Fall Peggy und so lange hingezwirbelt bis es passt. Mit einen geistig behinderten Angeklagten bekommen das sogar die überdurchschnittlich hochbegabten bayerischen Ermittler hin (zum Intelligenz-Durchschnitt, den psychischen Ausfällen und den Alkohol- und Drogenproblemen der Bayerischen Polizei lege ich ein andermal Studienergebnisse vor).

„Vor dem Landgericht Bayreuth wurden nun knapp ein Dutzend Passagen aus alten Verhörprotokollen vorgelesen: Demnach sollen die Ermittler dem 36-Jährigen mehrere Angaben regelrecht in den Mund gelegt haben. Den Aufzeichnungen zufolge wandte sich einer der Ermittler an Ulvi K. und sagte, „was ich an Ihrer Stelle in dieser Situation gemacht hätte“.“[1]

Noch besser – die Ermittler haben nicht davor zurückgeschreckt Kinder, die damals neun- oder 10-jährigen Schulkameraden von Peggy, unter Druck zu setzen. „Die Ermittler standen offenbar unter Erfolgsdruck, den Fall zu lösen. Ehemalige Schulkameraden von Peggy sagten jetzt aus, sie seien von der Polizei beeinflusst worden. Die Anklage ging stets davon aus, das Kulac (Ulvi K., der Autor) das Mädchen vor 14 Uhr ermordet hat, doch Schulkameraden entlasten ihn und wollen Peggy danach noch gesehen haben.“[3] Es geht also doch nicht zu wie im sonntäglichen Tatort (bestimmt gesponsert vom Bayerischen Innenministerium). In der Realität gehören Polizisten nicht immer zu den Guten. Schade. mein Weltbild hat einen weiteren Riss bekommen.

Die Realität der rechtsverdrehenden Richter

Es kommt noch schlimmer. Polizei und Staatsanwaltschaft machen ihren Job – und zwar unterirdisch miserabel. Dass auch Richter, wie im Fall Mollath, mehr Mist bauen als (ge)rechtes Recht sprechen erschüttert dann aber doch – eventuell hat auch das mit dem Nord-Süd-Gefälle in Bayern zu tun. Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls sind die Leistungen manch beteiligter Richter preisverdächtig – für den schlechtesten Schauspieler gibt es es die goldene Himbeere. Für den schlechtesten Richter (aktuelle Favoriten finden Sie in Franken) schlage ich „die rostigen Handschellen“ vor – die sind dann ein Jahr zu tragen.

Man hat manches lernen müssen über die bayerische Justiz im Fall des Gustl Mollath. Etwa, dass es möglich ist, dass ein Vorsitzender Richter die Verteidigungsschrift des Angeklagten gar nicht liest, diesen aber trotzdem in die forensische Psychiatrie einweisen lässt. Oder, dass es offenbar vorkommen kann, dass sich in rechtskräftigen Urteilen einer Großen Strafkammer nachweislich Fehler an Fehler reihen.“ [2]

Im nach wie vor ungelösten Fall Peggy hat ein fränkisches Gericht vor 10 Jahren einen behinderten jungen Mann zu Unrecht verurteilt und wegsperren lassen. Ermittler haben offensichtlich ein falsches Geständnis „erarbeitet“ und die Staatsanwaltschaft hat auf Beckstein komm raus einen Schuldigen präsentieren müssen. Hat geklappt. Das ist doch mal ne Bayerischer-Verdienstorden-verdächtige Leistung.

Fazit: Bleiben Sie aus Bayern weg, wenn ihnen Recht und Freiheit lieb sind.

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[1] Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fall-peggy-knobloch-neue-zweifel-am-gestaendnis-von-ulvi-k-a-964557.html, 03.05.2014
[2] Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-gustl-mollath-ein-gericht-verweigert-sich-1.1924268, 29.03.2014
[3] Quelle: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/fall-peggy-prozess-oberfranken-100.html, 03.05.2014 – Hörfunkreportage zum Nachhören