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Facial Feedback – Mimik-Rückkoppelung

Begeisterung_Hochkant_weiss_orange copyLachen ist nicht nur gesund, wie wir nicht erst seit heute wissen. Allerdings haben wir es offensichtlich verlernt, denn wir benötigen Lachkurse und Lach-Yoga – es ist einfach nicht zu fassen, was bei uns so abläuft. Kinder lachen bis zu 200 Mal am Tag, Erwachsene 30 Mal, so haben Untersuchungen ergeben. Das ist bitter. Tatsächlich werden Menschen, die lachen, sympathischer und kompetenter wahrgenommen, als ein Griesgram, der mit mieser Stimmung durch die Welt wandelt. Das gilt für den Lacher selbst und für seine Umwelt. Für diese Erkenntnis brauchen wir keine Wissenschaft, da genügt GMV (gesunder Menschenverstand). Lachen ist einfach ein Ausdruck dafür, dass es Menschen gut geht. Solche Menschen nehmen andere als positiv war und finden sie sympathisch, was die Kommunikationssituation von vorneherein positiv beeinflusst. Fragen Sie sich einfach selbst: Mit wem geben Sie sich lieber ab, mit einem fröhlich vergnügten Menschen oder mit einer „Spaßbremse“?

Facial Feedback: es funktioniert auch umgekehrt

Interessant dabei ist die Entdeckung, dass Lachen nicht nur Ausdruck von guter Stimmung ist, sondern dass die Mimik des Lachens im Umkehrschluss auch zu positiver Stimmung führt. Psychologen nennen das Facial Feedback. Ich übersetze das unwissenschaftlich mit Mimik-Rückkoppelung. Unser Gehirn ist wirklich erstaunlich.

Unser eigenes emotionales Erleben hängt unter anderem von unserer Mimik ab. Sie können daher Gefühle durch Mimik selbst beeinflussen und steuern: wir lachen nicht nur, weil es uns gut geht – wir können es uns gut gehen lassen, indem wir lachen!

Das funktioniert deshalb so gut, weil unsere Mimik direkt mit dem Gefühlszentrum verbunden ist. Deshalb genügt es, dass wir mechanisch unsere Mundwinkel anheben, also lachen oder lächeln, um unsere Stimmung tatsächlich anzuheben. Gut geeignet ist dafür folgende Übung:

Nehmen Sie einen Bleistift quer in den Mund und lassen sie ihn drei Wochen da … nein, es reichen auch schon 30 Sekunden. Dieser Effekt ist experimentell nachgewiesen.

„Schon eine Manipulation des Gesichtsausdrucks wirkt sich danach [nach der Facial Feedback Hypothese; Anm. d. Autors] auf die affektive Wahrnehmung der Versuchspersonen aus. Gordon W. Allport (1897–1967), Psychologe, ging davon aus, dass das Feedback der Gesichtsbewegungen eine entscheidende Rolle in der Differenzierung des emotionalen Erlebens spielt.

Der Psycho­loge Silvan Tomkins (1911–1991) nahm an, dass Facial Feedback eine hinreichende Bedingung für das Erleben einer Emotion und das Entstehen der zu­gehörigen physiologischen Muster im autonomen Nervensystem ist. Die Rückkopplung des differenzierten Aktionsmusters der Gesichtsmuskelpotenziale ruft entsprechend seiner Annahmen ein spezifisches subjektives Gefühlserlebnis hervor. Nachgeahmte Einzelmuskelbewegungen oder gewollt gespielte Emotionsausdrücke führen zur Stimulierung von Nuclei im Hirnstamm, woraufhin die Emotion tatsächlich empfunden wird.“[i]

Was hat das mit Verhalten und Kommunikation zu tun?

Für Kommunikation spielt die Beziehungsebene eine entscheidende Rolle. Sie können die Beziehungsebene positiv beeinflussen, indem Sie sympathisch wahrgenommen werden. Menschen nehmen grundsätzlich freundliche und fröhliche Menschen sympathischer wahr, als griesgrämige. Bringen Sie sich durch Facial Feedback in einen guten Zustand. Gleichzeitig führt Facial Feedback dazu, dass Sie sich selbst besser fühlen. In einem guten, positiven Zustand sind Sie in jeder Kommunikationssituation besser dran, als in einem negativen Zustand. Insofern gilt Addisons Spruch auch für den Lacher selbst.

„Was der Sonnenschein für die Blumen ist, dass sind lachende Gesichter für die Menschen.“
Joseph Addison



[i] Quelle: http://www.biologische-psychologie.de/entries/319, 05.04.2012

Kommunikation mit GMV ist einfach


Sie müssen keine 24 Techniken der Kommunikation beherrschen, um gut kommunizieren zu können. GMV und Freude an den eigenen Stärken genügen völlig. Im GMV stecken Erfahrungen, wie etwa die Volksweisheit „Lachen ist die beste Medizin“. Heute ist das wissenschaftlich nachgewiesen. Lachen hat immense Auswirkungen auf unser Befinden und die Gesundheit. So stärkt es beispielsweise das Immunsystem. Es gibt Klinik-Clowns und Lach-Yoga.

Es ist nicht nur so, dass Sie lächeln, wenn wenn Sie sich wohl fühlen. Auch umgekehrt gilt laut Studien: Wenn Sie lächeln, fühlen Sie sich wohler. Natürlich werden Sie als sympathischer eingestuft als ein Griesgram. Das zweite Phänomen bezeichnen Psychologen als Facial Feedback: Ihre Mimik beeinflusst Ihr Wohlbefinden.

Wissenschaft oder GMV?

Ich könnte jetzt Untersuchungen zitieren, die das mit dem Lachen belegen. Brauchen wir nicht. Wir haben ja GMV. Denn GMV-Wissen ist intuitiv und schon sehr alt. Der schöne Begriff Volksweisheit „bezeichnet empirisch gefundenes Wissen, welches die Bevölkerung im Laufe von Generationen gemeinsam in einem bestimmten regional begrenzten Bereich zusammengetragen hat.“*

Das mit dem Lachen gilt übrigens weltweit. Dazu gibt es wunderbare Weisheiten und Zitate, Geschichten mit viel GMV und eine Menge wirkungsvoller Faktoren, die „einfach auf der Hand liegen“. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ ist ein schönes Beispiel, dass sich unmittelbar in der Kommunikation mit GMV wiederfindet.

Bilder zeigen, bildhaft sprechen

Stellen Sie sich bitte 5000 Quadratmeter vor … (lassen Sie sich Zeit) … nun stellen Sie sich einen Fußballplatz vor … (haben Sie es?). Das sind etwa 5000 Quadratmeter. Sehen Sie, so einfach kann es sein.

Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.
Arthur Schopenhauer

* Quelle: wikipedia.org/wiki/Volksweisheit