Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft

Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft

#verschwendung #lebensmittel – Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft. Wenn Sie in einer ruhigen Minute über die ungerechte Welt nachdenken, seien Sie sich bewusst, dass Sie und ich auf der Sonnenseite leben. Falls Ihre Nachkommen noch klein sind, sollten Sie vor Dankbarkeit sofort auf die Knie fallen und sich vier Wochen lange nicht erheben. Denn täglich sterben 30.000 Kinder weltweit an Krankheiten und verseuchtem Wasser  – nicht bei uns! Mangelernährung ist alleine für der Tod von jährlich 3,5 Millionen kleiner Erdenbürger verantwortlich. Gleichzeitig werfen wir in Deutschland jedes Jahr 18 Millionen Tonnen „Futter“ weg (Quelle: WWF).  Ich will Sie nicht nerven, aber wie blöde ist das denn? GMV fehlt komplett. Und wir können etwas tun. Aufklärung und Vorschläge…

Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft

Das System ist krank – wir wissen das. Und wenn ich mit Einzelpersonen dazu spreche, sind alle voller GMV. Aber die Statistik lügt nicht. Viele von uns sind einfach bescheuert. So entsteht unsere Lebensmittel-Wegwerf-Gesellschaft. „Pro Jahr wirft jeder Bundesbürger durchschnittlich 82 kg Lebensmittel weg. Eine Untersuchung des IW Köln zeigt nun, dass das Wegwerfverhalten allerdings vom Alter abhängt und sich die Müllmenge keineswegs gleichmäßig verteilt. Demnach sinkt der Anteil derjenigen, die im vergangenen Monat angaben, nie Lebensmittel weggeworfen zu haben, mit dem Alter der Befragten: Je jünger, desto verschwenderischer.“ (Statista) [1]

Infografik: Je jünger, desto verschwenderischer | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Unterschiede in der Lebensmittel-Wegwerf- Gesellschaft

Meine Mutter, Jahrgang 1932, wirft nichts Essbares weg, außer es ist verdorben. Auch wenn das Haltbarkeitsdatum des Joghurts abgelaufen ist, riecht sie erst einmal daran, probiert kurz. Meistens ist alles bestens. Sie hat Mangel erlebt und besitzt eine Menge gesunden Menschenverstand. Ich habe von ihr gelernt. Die Jüngeren verhalten sich anders, leider.

„In der (Vor-)Kriegsgeneration ist es jeder Dritte, bei den Babyboomern sind es 17 Prozent, bei der Generation Y sind es nur noch acht Prozent, wie die Grafik von Statista zeigt. Dem IW-Köln zufolge liegt dies zum einen daran, dass die jüngere Generation Lebensmittel nur im Überfluss kennt, während Ältere aufgrund ihrer (Nach-)Kriegserfahrungen auch Nahrungsknappheit erlebt haben. Außerdem fallen in Haushalten mit kleineren Kindern überdurchschnittlich viele Lebensmittelabfälle an.“ (Statista)

Tipps gegen die Lebensmittel-Wegwerf- Gesellschaft

Hier muss ich das Rad nicht neu erfinden. Die Welthungerhilfe hat neun Top-Tipps parat. „Jeder kann jeden Tag etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. Hier ein paar Ideen zum Nachmachen…

  1. Bewusster einkaufen. Wer vorher überlegt, was auf den Tisch kommen soll, kann besser planen und passend einkaufen. (…)
  2. Auf den letzten Drücker. Wenn das Gekaufte sowieso für den gleichen oder kommenden Tag gedacht ist, ruhig mal bewusst zu den Produkten mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum greifen. Sie sind schließlich immer noch einwandfrei!
  3. Auf die Sinne verlassen. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, bedeutet das nicht, dass das Produkt nicht mehr genießbar ist. (…) Vorsicht aber mit dem Verbrauchsdatum von Fisch und Fleisch – dies sollte in der Regel eingehalten werden!
  4. Reste-Party veranstalten. Zwei Kartoffeln, eine halbe Schüssel Nudelsalat und drei Scheiben Käse sind übrig? Beim gemeinsamen Kochen mit Freunden können alle ihre Reste mitbringen und kreative Menüs kreieren.
  5. Besser schnippeln. Was landet beim Gemüseschnippeln im Abfall? Oft vielleicht mehr als nötig. (…)
  6. Bei foodsharing.de und essensretter.de mitmachen. Bei der „Lebensmittelverschenk-Plattform“ können Privatleute, Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Bauern usw. kostenlos Essen anbieten und abholen.
  7. Bei den Nachbarn klingeln. Es geht ab in den Urlaub und der Kühlschrank ist noch voll? Eine perfekte Gelegenheit, die Nachbarn kennenzulernen – einfach mal klingeln gehen und Reste anbieten.
  8. Haltbar machen. Was Großmutter schon konnte, kann ich auch. Einkochen rettet Obst und Gemüse vor der Tonne. Die Ergebnisse sind köstlich und eignen sich auch noch gut als kleine Geschenke. (…)
  9. „Doggy Bag“ mitnehmen. Am Ende des Restaurantbesuchs ist der Teller noch halb voll – warum die Portion nicht mit nach Hause nehmen? (in Franken ist das üblich).“[2]

Sie müssen ja nicht gleich alles davon machen. Fangen Sie drei Dingen an, die Ihnen besonders gut gefallen und die einfach umzusetzen sind. Setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein: kaufen Sie keine Vorräte für eine Großfamilie, wenn zu dritt sind, prüfen Sie angeblich abgelaufene Lebensmittel bevor Sie sie wegwerfen, verschenken Sie Lebensmittel, die sie nicht mehr wollen und die o.k. sind. Das mit der Reste-Party finde ich besonders pfiffig.

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[1] https://de.statista.com/infografik/10732/je-juenger-desto-verschwenderischer/
[2] http://www.welthungerhilfe.de/blog/10-ideen-gegen-lebensmittelverschwendung/

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