Cum-Cum: Die Banken an Ihrer Seite

Banken sind mal wieder die reine Freude. Aktuell die Commerzbank. Wir haben sie gerettet, weil Manager sie fast in den Ruin geführt hatten. Ich hätte das nicht gemacht. Aber mich hatte keiner gefragt. Einige hundert Milliarden haben die notleidenden Finanzhassadeure europaweit bekommen, um nicht ganz in die Pleite zu fahren. Die Banker wissen sich zu revanchieren – die wissen eben, was sich gehört. Damit sie nicht wieder mit unserem Geld gepimpert werden können, sorgen sie dafür, dass weniger Steuern eingenommen werden. Wer nix hat, kann nix geben. Sie tricksen mit sogenannten Cum-Cum-Geschäften. Das zeigt wahre Größe. Motto: wir haben gelernt und wir brauchen keine Steuergelder von Politikers Gnaden mehr. Die Kohle holen wir uns direkt.

Cum-Cum: um was geht es eigentlich?

„Ein ausländisches Unternehmen hält Aktien an einem deutschen Konzern. Vor dem Stichtag der Dividendenauszahlung verleiht das ausländische Unternehmen seine Aktien an eine deutsche Bank. Die streicht die Dividende ein und führt 25 Prozent der fälligen Kapitalertragssteuer an den Fiskus ab. Weil die Bank aber in Deutschland sitzt, kann sie die volle Höhe der Steuern absetzen. Heißt: Sie kommt am Ende wieder auf 100 Prozent der Dividendensumme. Kurz nach dem Dividenstichtag gibt die Bank ihr Aktienpaket wieder an den eigentlichen Besitzer zurück und behält fünf Prozent der Dividende als Bezahlung für ihre Dienste ein. Das ausländische Unternehmen profitiert, weil es im Gegensatz zur Bank statt 100 Prozent nur 50 Prozent der Kapitalertragssteuer absetzen kann. Leidtragender ist der deutsche Fiskus, also wir alle: Dank des Leihgeschäfts muss er mehr Steuern zurückerstatten als beabsichtigt.“ [1]

Von Banken kann man lernen

Banken sind gerne mal kriminell. Sie rutschen da halt so rein – bei dem Business ist das quasi mitgekauft. Wer zum Militär geht muss damit rechnen, mal jemanden erschießen zu müssen. Mal muss man Zinsen manipulieren, mal Briefkastenfirmen managen, dann klappt es mit den Hypothekenpapieren in den USA nicht so recht oder man sieht sich dem Vorwurf des Kleinanlegerbetruges gegenüber. Langweilig wird es nicht. „Die Deutsche Bank ist in rund 6000 Prozesse verwickelt. Deren ungewisser Ausgang trübt das ansonsten gute Quartalsergebnis.“ [3] Die Deutsche Bank hat Milliarden für Prozesse und Strafen zurückgelegt und schon kräftig gezahlt. Besonders positiv: Anwälte können gut von Banken leben.

Commerzis: die wissen, wie es geht

Wer nun alles in Cum-Cum verwickelt ist, wird sich noch zeigen. Rund fünf Milliarden soll der Staat deswegen seit 2011 so verloren haben. 2008 erhielt die Commerzbank 18,2 Milliarden vom Fiskus. Für knapp zwei Milliarden hat sich der Bund Aktien gekauft. Damit hält er 25 Prozent bei der gelbsten alles Banken. Um diese Sperrminorität zu halten, mussten weitere Milliarden hinterlegt werden. Alles Steuergelder. Wir verlieren an der Commerzbank dreifach – genial, oder? Rettungsmilliarden, Beteiligung Bund und Kursverluste und windige Steuerabzugsgeschäfte Cum-Cum. Alles legal, sagen die Banker. Na dann…

Wie heißt es im Werbespot der Commerzler mit der deutschen Nationalmannschaft so trefflich? O-Ton Jogi Löw: „Keiner kann garantieren, dass am Ende alle zufrieden sind. Aber wer kann das schon.“ Werbesprecherin Commerzis: „Wir auch nicht.“ STIMMT. Ich wusste doch, dass Werbung immer die Wahrheit sagt.

So oder so: Banken sind Vorbild für alle

Banken sind das Sinnbild für humanes, rechtschaffenes und integeres Wirken – und sie werden es wohl bleiben. Wir brauchen sie. Sie sind systemrelevant. Sie und ich sind das nicht. Leider. Wer so sozial und verantwortungsvoll ist, wie es Banken nun einmal gerne sind, hat eine große Zukunft vor sich. Auf unsere Kosten. Aber gut.

„Die Dreistigkeit, in der Banken geholfen haben, den Staat finanziell zu schädigen, ist ungeheuerlich“, sagte SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider dem Handelsblatt.“ Jaaa, Meister. Das hatten 2008 in der Bankenkrise Politiker auch ständig hinausposaunt. Und? Was hat sich geändert? Nix. Gerade die Politik stützt diese und andere Schädlinge des Volkes (inklusive sich selbst) ohne Unterlass und besonders leidenschaftlich. Ich verstehe das. Man muss den Kreislauf zugunsten der Staatsschädlinge aufrechterhalten – koste es, was es wolle. Die Politik steckt Milliarden in Banken, damit die weiterhin Geld haben, um die Politik kreativ zu unterstützen, damit sie Verluste verstaatlichen und Gewinne… na, Sie wissen schon. Spenden an Parteien sind ein Weg das Rad am laufen zu halten. Es gibt auch andere, aber die kann ich gerade nicht belegen.

„Die meisten Spenden kommen aus dem Sektor der Banken und Versicherungen. Auffallend hoch sind ihre Großspenden im Krisenjahr 2008, aber auch im Wahljahr 2005, als es um die Ablösung der rot-grünen Koalition ging.“ [2]

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[1] http://www.bild.de/geld/wirtschaft/politik/steuertricks-mit-dividenden-milliarden-am-fiskus-vorbei-45626732.bild.html
[2] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/partei-spenden-zeitleiste
[3] http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/deutsche-bank-immer-diese-rechtsstreitereien/10260474.html

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