Archiv der Kategorie: Studie

Facebook & Co machen unglücklich

Facebook & Co. machen unglücklich

Ich habe es immer gewusst und spüre es täglich: Wenn ich mir den Schwachsinn meiner „Freunde“ bei Facebook & Co. reinziehe, geht es mir schlechter. GMV. Also, nicht alle schwadronieren abstruse politische Meinungen, kotzen sich jenseits guter Kinderstube im anonymisierten Internet aus, zeigen schon mal gerne Prügel- oder Enthauptungsvideos oder entziehen mir einfach ihre „Freundschaft“, weil ich einmal etwas gepostet habe, das ihren Horizont überschreitet – Sie wissen schon, alle anderen sind doof, nur ich… das Phänomen heißt Überlegenheitsillusion. In den Sozialen Netzwerken ist sie, die Illusion, üblich. Im echten Leben eher die Ausnahme. Das ist schon schwer genug. Dass die Netzwerke jetzt auch noch unser Unglück befördern, stimmt mich schon etwas nachdenklich. Schauen wir mal, was man bei Facebook und Twitter so dazu meint. Vorher Fakten dazu von einer Statista-Studie…

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Millionen in die Luft

Böller statt… Man kann sich darüber streiten, wie sinnvoll die Knallerei zu Silvester ist. Rund 120 Millionen Euro haben die Deutschen 2014 für Böller in die Luft geballert. Schön ist es schon – aber auch vollkommen gmv-frei.

Ich gebe es ja zu: Ich habe am 31.12.2014 um 00.00 Uhr aus meinem Büro über Stadt und Tal geschaut und es genossen. 40 Minuten Feuerwerk – die spinnen – und das war nur der Hauptteil. Stunden vorher ging es schon los und Stunden nachher gab es nicht zu knapp geistige Spätzünder. Mal sehen, ob ich das heuer wieder mitmachen muss.

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Bildung: Kopierer statt Computer

Zirbik Humor Red NoseDeutschlands Schüler sind nicht grundlos Dauergast  am Ende der Pisastudie. Wahrscheinlich wird es noch schlimmer kommen. Unser Bildungssystem ist weitgehend schrott. Dass man in deutschen Schulen kaum noch auf die Toiletten gehen kann, weil alles marode ist, und der Putz von den Wänden rieselt, ist Normalzustand. Dass die Lehrerausbildung vollkommen an den Anforderungen vorbei geht, habe ich selbst erleben dürfen (ein Drittel der Lehrer ist Burnout gefährdet). Hier fehlt gesunder Menmschenverstand. Und das, obwohl wir im Jahr rund 110 Mrd. Euro für Bildung ausgeben. Das klingt allerdings nur vordergründig nach viel im Land der Dichter und Denker.

„Die öffentlichen Ausgaben für alle Bildungsbereiche zusammen machten 2009 hierzulande 10,5 Prozent des gesamten Haushalts aus. Der Durchschnitt der OECD-Staaten lag bei 13 Prozent. Andere Länder schnitten deutlich besser ab. So flossen in Neuseeland und in Mexiko zum Beispiel mehr als 20 Prozent der öffentlichen Ausgaben in die Bildung, in der Schweiz waren es 16,4 Prozent.“[1]

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Nicht-Kommunikation der Bosse

Rede: Feuerwerk oder Nebelkerze
Rede: Feuerwerk oder Nebelkerze

Kommunikation ohne GMV. Jetzt haben wir es wieder schwarz auf weiß: viele Chefs reden ohne etwas sagen zu wollen. So eine Analyse von Kommunikationswissenschaftlern um Frank Brettschneider von der Universität Stuttgart-Hohenheim. Sie untersuchten in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt regelmäßig die Reden von Bossen bei Aktionärsversammlungen. Professionelle Nicht-Kommunikation, von Militärs und Politikern seit Jahrhunderten kultiviert, findet sich auch dort. Motto: Viel reden, nichts sagen.

In der Kürze liegt die Würze

Ein Gradmesser für die Verständlichkeit gesprochenen Wortes ist die Länge der Sätze. „Seine [Brettscheiders, der Autor] Studie beurteilt die formale Verständlichkeit und schaut dafür beispielsweise auf die Länge von Sätzen, deren Aufbau, die Portionierung von Informationen oder auf den Fremdwörteranteil“ [1] (Dieses Zitat hat 25 Wörter, das geht besser). Sie fanden heraus, dass die meisten Bosse bei Aktionärsversammlungen Kauderwelsch bevorzugen und Klartext vermeiden. 

Absoluter Spitzenreiter der gewollten Unverständlichkeit ist Norbert Steiner, Chef des Kasseler Dünger- und Salzproduzenten K+S. Laut Brettschneider und Kollegen produzierte er bei der studienrelevanten Hauptversammlung insgesamt eine unverständliche Rede. Das Highlight darin ein wirklich bemerkenswerter Satz, der dem Bürgerlichen Gesetzbuch alle Ehre machen würde. 51 Wörter, ein Komma, ein Punkt:

„In den neun zwischen der K+S Aktiengesellschaft und ihren jeweils 100-prozentigen Tochtergesellschaften geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen soll klargestellt werden, dass der in den Verträgen bereits bislang enthaltene Verweis auf die gesetzliche Regelung zur Verlustübernahme gemäß Paragraf 302 Aktiengesetz sich stets auf die jeweils gültige Fassung dieser Vorschrift in ihrer Gesamtheit bezieht.“ [1]

Kommunikation als Nebelkerze

Alles klar? Klar soll es ja gar nicht sein, so der eher böswillige Ansatz. Aktionäre, die wirklich wissen, was im Konzern los ist, können lästig werden. Manche Politiker stimmen ja auch über Zeugs ab, von dem sie keine Ahnung haben. Klarheit in den „Regierungserklärungen“ der Konzernchefs kann auch kaum gelingen, denn die Reden werden von professionellen Redenschreibern verfasst.

Äh. Wie jetzt? Und dann solche Info-Nebelkerzen? Ja, denn ganze Rechtsabteilungen prüfen und Fachabteilungen beeinflussen die Vortragswerke. Hier gilt: viele Köche verderben den Brei. Allerdings ist da ja noch der Redner. Ein Boss, der kommunikativ etwas auf sich hält und Vertrauen bei den Aktionären fördern möchte, sorgt für Verständlichkeit. Er lässt sich nicht alles vorschreiben (schönes Wortspiel). Manche Chefs interessiert das, andere nicht.

Chefsache gute Kommunikation

BMW-Chef Norbert Reithofer zeigt, dass es auch anders geht. Laut der Studie ist er besonders um Klartext bemüht, Rechts- und Fachabteilungen hin oder her, und führt die Studie an. Andere Bosse sollten sich lieber auf Bilanzen oder Strategien fokussieren, denn Kommunikation ist offensichtlich nicht ihr Ding.

„Reithofer holt 18,4 von 20 möglichen Punkten. Zum Vergleich: Steiner kommt nur auf magere 8,1. Noch schlechter bestellt ist es nur noch um die Verständlichkeit der Reden von Stefan Heidenreich (Beiersdorf – 8,0), Allianz-Chef Michael Diekmann (7,7) und Schlusslicht Wolfgang Reitzle (Linde – 6,7).“ [1]

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[1] Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article128568660/Deutschlands-Topmanager-reden-oft-Kauderwelsch.html, 30.05.2104

Wem vertrauen wir?

Wem vertrauen wir?Eine neue Umfrage zeigt, welchen Berufsgruppen die Menschen im Lande vertrauen und wen Sie mit Misstrauen belegen. Ich war völlig erschüttert als ich lesen musste, dass Leistungssportler weit unten rangieren (kleiner Dopingfall gefällig? Olympia lässt grüßen), oder dass Banker vertrauensmäßig komplett in den Keller  gerauscht sind. Wie sage ich das meinem Sparkassen- oder VR-Bank-Mann: Ich kenne den. Der ist auch nicht anders als ich. Möglicherwesie fehlt auch bei dieser Umfrage der gesunde Menschenverstand.

Die Top Ten

Über das Ergebnis wundert sich keiner wirklich. Wenn Sie Ansehen genießen wollen in diesem Land, sollten Sie einen Hero-Job haben. Retten Sie Menschen aus den Flammen, kratzen Sie sie von Autobahnen und ICEs, machen Sie den Emergency-Room zu Ihrem zweiten Zuhause. Und das sagt schon der gesunde Menschenverstand (ohne Umfrage). Dann gehören Sie zu den wertgeschätzten und vertrauenswürdigen, selbst wenn Sie genetisch- oder kindheitsbedingte kriminelle Energien haben sollten. Wir beurteilen Menschen nach ihren Berufen – wie intelligent ist das denn? Ich bin Unternehmer, Autor, Trainer und Coach. Was heißt das nun für mich??

top ten vertrauen

Quelle: Die Welt Online, 21.02.2014

Mittelmaß ist auch nichts – GMV

Die Plätze 11 (Lehrer – immer hin!, mich hatten sie ja nicht befragt) bis 20 (Markt- und Meinungsforscher) sind so etwas wie das langweilige Mittelfeld der Bundesliga. Beachtlich ist, das Richter nur auf Platz 14 rangieren. Pfarrer haben in den letzten Jahren dank Kindesmissbrauchs-Diskussionen,  weithin bekannter Doppelmoral (Wasser predigen und Wein trinken) und meinem besten Looser-Freund Tebartz van Ich-will-aber-mit-goldenen-Löffeln-essen Elst Platz 18 von 32 inne. Das halte ich für sehr wohlwollend und mich würde interessieren, wie hoch der Anteil an Katholiken an den Befragten war. Ansonsten finden sich im langweiligen Mittelfeld Taxifahrer, Soldaten, andere Beamte und Rechtsanwälte wieder. Das also ist die Mitte der moralischen Gesellschaft. Na Mahlzeit!

Abstiegskampf pur

Die letzten drei Plätze sind am spannensten. Wie immer steigen die Politiker (Platz 32 von 32) ab. Wenn es nach Fußballregeln ginge, müsste man für die Armen Schlucker eine neue Z-Liga erfinden. Dort können die Berufsgenossen (rot) und -freunde (schwarz) aus aller Herren Länder im Misstrauens-Spiel gegeneinander antreten – nach den letzten Trainingseinheiten rund um den Fall Edathy werde die Deutschen wohl auch in dieser Liga nichts reißen.

Ich kenne allerdings einige Lokal-Politiker und finde die ganz o.k.  – dem einen oder anderen würde ich sogar vertrauen, wahrscheinlich. Und Bürgermeister (Platz 22) stehen eh viel besser da, als die Politiker als solches. Bürgermeister sind auch schon mal bei der freiwilligen Feuerwehr oder beim roten Kreuz engagiert – das bringt Vertrauens-Punkte (siehe Platz 1).

Augen auf bei der Berufswahl

Versicherungsvertreter (die ja für Sicherheit sorgen sollen), sind auf dem vorletzten Platz. Gut – machen wir nen Haken dran. Werbefachleute sind drittletzte, was ich gut verstehen kann. Ich war selbst in der Werbung. Da wird gelogen, was das Zeug hält. Glauben Sie bloß keiner Werbung. Das ist wie vor der Hochzeit. Aus dem charmanten und tollen Kerl wird ein ungehobelter Schwachmat, aus der liebevollen und reizenden Lady eine keifende Labberhosen-Looserin, wenn sie gekauft (geheiratet) haben. Ob die Menschen hinter dem Schönredner-Job des Werbers auch so verlogen sind, darf bezweifelt werden. Auch da kenne ich einige integere Personen.

Vertrauensumfrage Looser

Quelle: Die Welt Online, 21.02.2014

Dann finden sich im unteren Drittel noch Banker, Unternehmer, Sportler, Schauspieler und TV-Moderatoren. Nun da gibt es sicher in jeder Sparte solche und solche. Wobei ich mir bei TV-Moderatoren nicht ganz sicher bin. Die kommen mir oft so vor, als würden Sie für den Gang vor die Kamera und 0,02 Prozent mehr Quote ihre Kinder verkaufen (ich habe einige Zeit beim Fernsehen gearbeitet und kenne einige aus der Nähe). Möglicherweise leide ich da unter einer emotionalen Wahrnehmungsstörung. Ich lasse das mal prüfen.

Wen vermissen Sie in der Umfrage?

Laut gesundem Menschenverstand gibt es noch ein paar mehr Berufe, die in der Umfrage nicht aufgeführt sind. Zu den Guten, also Vertrauenswürdigen, würde ich da gerne noch die Altenpfleger, Hebammen und Kindergärtnerinnen zählen – auch wieder Helden des Lebens. Am Ende der Skala finden sich aus meiner Sicht Funktionäre jeglicher Art (Sport, Gewerkschaften – recht überflüssiges Gesindel dabei) und die überflüssigsten der Überflüssigen, die Unternehmensberater. Ich darf das sagen, denn ein bisschen bin ich selbst einer.