Vorstände raus

Autokartell: Alle Vorstände raus!

Vorstände raus – Dieselskandal, illegale Absprachen, Betrug am Kunden und kein Ende. Da halte ich es ausnahmsweise einmal mit Altbundespräsident Joachim Gauck (den ich sonst eher als pastoralen Grußaugust wahrgenommen habe):  „Schwarze Zahlen sind kein Grund, rote Linien zu überschreiten.“ Das ist schon seit langem die eine zentrale Botschaft an arrogante und unfähige Vorstände der Deutschen Industrie im GMV-Blog. Die Aufsichtsräte sind übrigens auch nicht besser. Kontrolle findet ja wohl nicht statt. Es ist auch vollkommen wurscht, wer wo im Vorstand sitzt. An der Qualität dieser Möchtegern-Leader liegt es nicht, dass sie Millionen kassieren. Oder hat sich jemals etwas geändert, wenn ein Vorstand oder Vorstandsvorsitzender ging? Winterkorn oder nicht – VW ist immer noch der selbe Saustall. Ach ja, mein nächstes Auto wird ein Tesla.

Milliarden Verluste an der Börse – Vorstände raus!

Für die deutschen Autobauer geht es weiter abwärts, so das Handelsblatt am 25.07.2017 im Financetoday-Newsletter. „In weniger als zwei Handelstagen haben die drei Automobilaktien im Dax mehr als 11,4 Milliarden Euro an Wert verloren, berichtet das Handelsblatt. Die Anleger haben Auto-Aktien satt, schreibt Börse ARD. Der Verlust für VW, Daimler und BMW sei noch überschaubar, kommentiert die Börsen-Zeitung. Unüberschaubar sind dagegen die politischen Flurschäden und die Wirkung auf Kunden. Es gebe einen „Crash der Glaubwürdigkeit“. Die Stimmung macht an den Börsen Kurse. So gesehen überrascht es kaum, dass die mediale Kakofonie die Autowerte belaste, findet die Neue Zürcher Zeitung. Die Welt schreibt über die „übersehenen Opfer des Auto-Kartells“: Die Autokonzerne stehen für 43 Prozent aller Umsätze im Dax. Sollten sie noch tiefer in die Krise schlittern, dann werden viele Deutsche Geld verlieren. Auch Menschen, die keine Aktien besitzen. Unterdessen berichtet die Wirtschaftswoche, dass die Finanzaufsicht Bafin mögliche Adhoc-Verstöße von BMW, Daimler und Volkswagen unter die Lupe nimmt.“

Hier sind offensichtlich Kriminelle unterwegs, seit Jahrzehnten. Wer weist diese Schädlinge der deutschen Wirtschaft und der Kunden endlich einmal in die Schranken? Entlassen und anklagen – aber das wird wohl nicht passieren. Oder?

Ihr habt es versaut – Vorstände raus!

Wie die Süddeutschen am 24.07.2017 schreibt, droht den deutschen Marken der Identitätsverlust, denn „wenn der Verdacht zutrifft – Deutschlands Autokonzerne sollen sich seit den 90er-Jahren in geheimen Arbeitskreisen über ihre Technologien abgesprochen haben -, dann hätten die Hersteller nicht nur ihre Kunden jahrelang geblendet. Sie hätten auch die sorgsam gepflegten Markenclaims und damit ihre Konzern-Identität ins Absurde geführt. (…) Wenn sich alle abgesprochen haben bei Achsen, Getrieben, Kupplungen und auch beim Diesel, dann gibt es hier weder einen besonders großen „Vorsprung durch Technik“ noch das „Beste oder Nichts“. Die Konzerne hätten nicht nur allen etwas vorgemacht, sie wären im Grunde auch austauschbar.“ (1)

Die Führung, auch die heutige, ist für diese Zustände mit verantwortlich. Die Herren sind ja auch nicht erst gestern in den angeschlagenen Konzernen VW, BMW und Daimler vertreten.
Reinigung tut gut. Also werft doch erst einmal diese belastete Manager-Riege raus – Vorstände raus! Qualitativ betrachtet ist es eh egal. Obwohl – dieses Mal könnte das dazu führen, dass tatsächlich einmal etwas besser wird. Die heutigen Vorstands-Riegen sind alle in kranken Systemen unterwegs. Dort werden Psychopathen und Menschen mit krimineller Energie offensichtlich gefördert und begünstigt. Das bestätigt sogar die Wissenschaft. Gesunder Menschenverstand fehlt allerorten. Also, werft endlich die Vorstände raus.

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(1) Süddeutsche Zeitung, 24.07.2017: Den deutschen Autokonzernen droht der Identitätsverlust

 

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